Antimarxistische Psychotherapie

Liberalismus

Für viele Menschen unserer Zeit ist der Begriff "liberal" leider negativ konnotiert, weil sie ihn mit extremen Maßnahmen wie der Abschaffung des Sozialstaats oder der völligen Deregulierung der Wirtschaft assoziieren.

In Wirklichkeit bedeutet Liberalismus aber unter anderem:

1. Rechtsstaatlichkeit, das heißt Schutz vor staatlicher Willkür; die Rechtssprechung darf nur auf Grundlage des Gesetzes erfolgen.

2. Gewaltentrennung im Staatsapparat.

3. Gewährung der Grund- und Freiheitsrechte durch den Staat (Recht auf Privateigentum, Recht auf Leib und Leben, Recht auf freie Meinungsäußerung etc.).

4. Selbstverwirklichung als anerkanntes Ziel eines jeden Individuums.

Das sind alles Punkte, die mit liberaler Weltanschauung zu tun haben. In anderen Ideologien spielen diese Dinge keine oder nur eine untergeordnete Rolle. Im Real Existierenden Sozialismus gab es weder Gewaltentrennung noch Rechtsstaatlichkeit.

Der Verfassung nach ist - Hans Kelsen sei Dank! - Österreich eine liberale Demokratie. Deswegen sind an sich alle Parteien verpflichtet, gewissen liberalen Grundprinzipien treu zu sein. Aber nur bei dezidiert liberalen Parteien kann man sich einigermaßen sicher sein, dass sie diese Prinzipien nicht verraten werden.

Konservative und Liberale

Es gibt vor allem zwei Arten von Menschen, die angeben, eine nichtmarxistische Weltanschauung zu haben. Die einen nennen sich Konservative, die anderen Liberale.

Viele Theoretiker denken bei Begriffen wie "konservativ" und "liberal" an irgendwelche Lehren, etwa davon, dass die Konservativen bestehende gesellschaftliche Hierarchien aufrecht erhalten und den Privilegierten ihre Privilegien lassen wollen, während Liberale für sozialen Aufstieg eintreten und Marxisten alle gleichmachen wollen. Dabei muss man aber bedenken, dass diese Begriffe in der Praxis noch ganz andere, handfeste Dinge bedeuten:

Wer unter der Knute eines Konservativen steht, muss Krawatte, Hemd und Sakko tragen. Das finden viele aus ästhetischen Gründen abstoßend. Außerdem muss ein Konservativer in Österreich einer bestimmten Religion folgen, Weihnachten und Ostern feiern, idealerweise jeden Sonntag in die Kirche gehen und abends sowie vor dem Mittagessen beten. Das finden viele aus persönlichen sowie aus weltanschaulichen Gründen abstoßend. Ferner muss ein echter Konservativer die erste Frau, die ihm gefällt, heiraten und mit ihr Kinder zeugen, denn Sex vor der Ehe ist ein Tabu und Sex in der Ehe darf nur der Fortpflanzung dienen.

Liberale hingegen schreiben niemandem vor, wie er sein Leben zu führen hat, und halten sich auch nur an jene gesellschaftlichen Normen, die sie selbst für sinnvoll und richtig erachten.

Der Begriff "Neoliberalismus"

"Neoliberalismus" ist ein Kampfbegriff, der von Marxisten geschaffen wurde, um - durchaus fragwürdige - wirtschaftliche Exzesse mit der Idee des Liberalismus in Verbindung zu bringen, gegen die jemand mit gesundem Menschenverstand nichts einzuwenden haben kann.

Im Grunde genommen grenzt das Verwenden des Begriffs "Neoliberalismus" durch die Marxisten an Verleumdung.

Das Problem der Staatsverschuldung

Viele Unterstützer der liberalen Bewegung haben sich deswegen entschieden, politisch aktiv zu werden, weil sie der Meinung sind, dass es dem Staat nicht gut tut, wenn die Staatsschulden immer weiter wachsen. Schließlich werden sie irgendwann zurückgezahlt werden müssen. Die übrigen Parteien erwecken oft den Eindruck, keine ernsthaften Bestrebungen zu haben, den Schuldenberg abzubauen.

Staatsschulden sind aus Sicht des Staates vor allem problematisch, seit wir den Euro haben, weil der Staat nun der Möglichkeit beraubt wurde, sich durch das Drucken von Banknoten aus der Affäre zu ziehen. Dabei ist aber zu beachten, dass das Drucken von Banknoten aus Sicht der Bürger ohnehin eine schlechte Sache wäre, weil es durch die Geldmengenausweitung zu einer Zunahme der Teuerung käme. Der Euro zwingt uns also zur Budgetdisziplin - aus liberaler Sicht ein Vorteil.

Warum Liberalismus sogar noch vor Demokratie Vorrang hat

Liberale gehen davon aus, dass es ein Naturrecht gibt. Also dass jedem Menschen von Natur aus bestimmte Rechte zustehen, etwa: Recht auf Leben, Recht auf freie Meinungsäußerung, Recht auf Eigentum. Darüber kann es aus liberaler Sicht keine Diskussion geben. Diese Rechte müssen vom Staatsapparat per Gesetz garantiert werden. Dieses Naturrecht steht noch über Vereinbarungen, die demokratisch festgelegt worden sind. Keinesfalls darf ein Gesetz beschlossen werden, das dem Naturrecht widerspricht, selbst wenn eine Mehrheit dafür stimmt.

In der Schule hört man zwar viel über Demokratie, aber herzlich wenig über die liberalen Prinzipien, auf denen unsere Verfassung beruht. Liberalismus ist in Wahrheit noch wichtiger als Demokratismus. Man denke etwa an die Demokratie im alten Athen und ihre Auswüchse (Stichwort: Ostrakismus). Solche Volksabstimmungen über das Leben eines einzelnen Menschen verbietet erst die liberale Verfassung.

Dipl.-Ing. Dr. med. univ. Claus Volko


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