Antimarxistische Psychotherapie

Die Entwicklung Europas seit der Französischen Revolution

Die folgende Synopsis stammt aus dem Jahr 2019.

Als Karl der Große im Jahre 800 zum Römischen Kaiser gekrönt wurde, folgte eine etwa tausend Jahre lange Periode der politischen Stabilität. Stabil bedeutet in diesem Zusammenhang nicht unbedingt friedlich; Kriege hat es jede Menge gegeben. Aber die gesellschaftliche Ordnung war klar, es gab eine geistliche Hierarchie mit dem Papst an der Spitze und eine weltliche Hierarchie mit Kaiser, Königen, Fürsten und den Leibeigenen am unteren Ende. Diese wurde auch nicht angezweifelt.

Mit der amerikanischen Revolution in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts entstand auf dem nordamerikanischen Kontinent eine Republik, in der alle hellhäutigen Staatsbürger frei und gleichberechtigt waren. Es folgte die französische Revolution, die Frankreich in eine eben solche Republik umwandelte. Wie alle Revolutionen barg auch die französische die Gefahr, dass ein machthungriger Soziopath die Führung im Lande ergreifen könnte. Dies ist in der Person Napoleon Bonapartes tatsächlich geschehen. Die napoleonischen Kriege führten zur Auflösung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation; auf dem Wiener Kongress wurde eine monarchistische Nachkriegsordnung beschlossen. Doch das Feuer der Revolution war entfacht; die Nationalitätenaufstände in Ungarn und anderen österreichischen Kronländern erwirkten den "Ausgleich". Mit dem Sieg der Deutschen im deutsch-französischen Krieg 1871 wurde schließlich das zweite deutsche Kaiserreich gegründet, das nun nach Überseekolonien strebte und deswegen vor allem von den Engländern als Bedrohung wahrgenommen wurde. Die Engländer, die damals das größte Weltreich aller Zeiten beherrschten, verbündeten sich mit den Franzosen und den Russen gegen die Deutschen. Die Spannungen nahmen zu, und es war klar, dass sie sich irgendwann entladen würden. Als 1914 der österreichische Thronfolger ermordet wurde, führte eine Kettenreaktion an gegenseitigen Kriegserklärungen zum Ersten Weltkrieg.

Ergebnis des Krieges war, dass Deutschland, Österreich und Russland Republiken bzw. eine Räterepublik wurden. Große Teile Europas waren nun republikanisch. Das demokratische System erwies sich aber als instabil, in vielen der jungen Republiken kamen Diktatoren an die Macht. Die Unzufriedenheit mit dem Versailler Friedensdiktat, das der deutschen Bevölkerung viel Not und Elend gebracht hatte, führte zur Wahl Hitlers zum Reichskanzler. Dieser startete den Zweiten Weltkrieg, eine konsequente Fortsetzung des Ersten Weltkriegs.

Als Deutschland abermals besiegt war, teilten die Siegermächte Europa auf; die aus dem russischen Zarenreich hervorgegangene kommunistisch regierte Sowjetunion wollte ihre Einflusssphäre in Osteuropa vergrößern. Schließlich stand fast der gesamte Ostblock unter sowjetischem Joch; die Grenze zwischen Ost und West verlief mitten durch Deutschland. Gleichzeitig begann im Westen der Aufbau der NATO und der Europäischen Gemeinschaften.

1989 brachte die Wende; überwiegend friedliche Revolutionen in Osteuropa bewirkten den Rücktritt der kommunistischen Regierungen und das Ausschreiben von freien Wahlen. In den Neunziger Jahren wurden die Europäischen Gemeinschaften in die Europäische Union umgewandelt, der auch Österreich beitrat; 2002 wurde die gemeinsame Währung Euro eingeführt, und ab 2004 folgten die Beitritte osteuropäischer Länder zur Union. Dann jedoch, 2008, kam die große Finanzkrise, ausgelöst durch verantwortungslose Geschäfte in den Vereinigten Staaten - Banken hatten Privatpersonen Kredite für den Bau von Häusern gegeben, obwohl sie wussten, dass diese die Kredite nie zurückzahlen würden, und diese Kredite an ahnungslose europäische Banken weiterverkauft. Hinzu kam die Staatsschuldenkrise, die besonders Länder wie Portugal, Italien und Griechenland betraf; Griechenland war sogar der Eurozone beigetreten, ohne die so genannten Maastricht-Kriterien zu erfüllen.

2015 folgte mit der Massenzuwanderung von Flüchtlingen die nächste Krise, wobei das Phänomen Massenzuwanderung nichts Neues ist; es gab eine solche bereits in den Neunziger Jahren (Balkankriege). Insgesamt kam es zu einem Erstarken europakritischer, "rechtspopulistischer" Parteien, und Großbritannien votierte gar für den Austritt aus der Union ("Brexit").

Momentan zeichnet sich ein Bild ab, dass die führenden Politiker Europas keine Visionen haben. Sie haben nur Probleme und bemühen sich, darauf zu reagieren, doch wohin die Reise gehen soll, wissen sie nicht. War unter Helmut Kohl noch die Rede von einer politischen Union, welche der Währungsunion folgen sollte, ist in Österreich NEOS die einzige Partei, die noch von den "Vereinigten Staaten von Europa" spricht.

Dipl.-Ing. Dr. med. univ. Claus Volko


Imprint: This website is owned by Claus Volko, Hungereckstr. 60/2, 1230 Vienna, Austria. No liability is taken for the contents of any of the linked websites. http://www.cdvolko.net/